Galerie: 1 Bild. Bild anklicken, Navigation mit den Pfeiltasten
Eh klar, da macht man eine wirtschaftliche Ausbildung, Matura mit Auszeichnung, dann machts peng und 8 Jahre später hockt man in einem Büro in Wien und macht Filme ... Man legt Wert darauf, seine "künstlerische Ader" zu bedienen, hat kein Geld, weil wirtschaftlich gedacht ist der Filmbereich in Österreich - auch nach dem Oscar - in etwa so ertragreich wie die Wassermelonenernte im Mühlviertel und denkt sehnsüchtigst zurück an seine Zeit in der guten alten HAK?
Hätte mich nicht jemand vorwarnen können? Hätte der VWL-Unterricht nicht ergiebiger sein können? Und wo war ich bitte während der 5 Jahre BWL und RW, wenn ich heute auf den Jahresabschluss unserer kleinen aber feinen Produktionsfirma schaue?? Wie konnte es soweit kommen??
Nach meiner Matura im Jahr 2000 hab ich erst mal Auszeit genommen und zwar mein Bewusstsein betreffend: Feiern der Matura, Maturareise, Nachfeiern der Matura, Zivildienst (jawohl, das bringt wirklich was, verglichen mit dem Heer, 1 Jahr, das ich nicht missen möchte) in Gallneukirchen mit jeder Menge Zivis und Freiwilliges-Soziales-Jahr-MachendInnen und dann wacht man irgendwann auf und denkt sich: "So was mach ich jetzt?"
Und was hab ich gemacht? Politikwissenschaften inskribiert ... Ein Lesestudium ... So wie ... BWL-Unterricht ... Sorry, Wolfgang, der Seitenhieb musste sein ... Naja, als ich gemerkt habe, dass das ganze nichts ist für mich, war ich gottseidank schon beim Universitätsfernsehen Wien, betrieb Learn-by-Doing, hab mit Freunden eine Doku über das unterirdische Wien (Subterra Incognita) produziert, die vom ORF für das Bayern-Alpha-Fenster gekauft wurde, zwei Kurzfilme (Quentin Tarantino in Wiens Kellern bzw. Brave new world auf düster -> danke Klaus by the way ...) gemacht, einen Musikpreis erfunden (UTV-Musikvideo-Award in Gold/Silber/Bronze), bei UTV ein Streamingportal betrieben - lange vor Youtube, den Protestsongcontest haben wir auch 2x live im Internet gestreamt, als noch niemand glaubte, dass das geht ... usw und so fort ...
Nach einem kurzen Intermezzo bei einer Handyfirma und damit verbundenem Trip als Videojournalist nach Kapstadt (haha ...), einer einjährigen Auszeit, um an einem Spielfilmkonzept zu arbeiten, das noch immer nicht fertig ist, und mehreren Sommerjobs als Reiseleiter quer durch Europa kam ich schließlich zu dem Schluss, dass halt doch eine eigene Firma nicht so blöd wäre ...
Und an der werkeln wir gerade im ersten Jahr (mühsam, aber erfüllend!!) und heute bin ich verdammt froh, dass ich die HAK gemacht habe, weil das wirtschaftliche Denken auf jeden Fall gefördert wird, abgesehen von 5 geilen Jahren in einer super Klasse!
Und noch kurz eine Referenz: www.redmonster.at
Das ist unser Ding! Heuer ausgezeichnet mit dem "Prix Viktoria in Silber" bei den Wirtschaftsfilmtagen! Alles Liebe und man liest sich!
PS: Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich bis jetzt noch nie einen Tag der offenen Tür besuchen konnte, hole ich natürlich bald nach!!
PPS: Wirtschaftliche Ausbildung ist immer gut, auch in der Kunst! Und die wirtschaftliche Ausbildung hält auch nicht davon ab, seine Träume zu leben! :-)