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Geschrieben von: Markus Luger   

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Absolviert. Ja stimmt, ich hab die HAK Freistadt absolviert. Da steckt "Lösen" drin. Ich hab mich davon gelöst und ich hab' alle Aufgaben die man und frau mir stellte gelöst. Ich fühlte mich damals auch sehr erlöst. Kurzum, ich hatte mit 19 Jahren, die Matura in der Tasche, das Gefühl, dass ich an der falschen Schule war... oder dass Schule das falsche für mich war. Also, rein ins Arbeitsleben.

Nachdem ich ein paar Monate Lohnarbeit als Kameramann und Cutter beim legendären M/4 TV, den Dienst an der Waffe (in meinem Fall eher "an der Waffel", da ich in 8 Monaten gefühlte 10 Kilo zunahm) und ein halbes Jahr Kontierungs-Langeweile als Buchhalter hinter mir hatte, wurde mir eines klar: Ich hab ein Problem mit Hierarchien und Autoritäten. So tat ich das Einzige was mir konsequenterweise übrig blieb und machte mich selbständig. Ich war also mit 21 mein eigener Chef und gründete mit Michael Freudenthaler, der damals gerade mal 19 war, die "intermotion Luger und Freudenthaler OEG". Wir wussten, dass wir einiges drauf hatten, aber wir wussten nicht, ob das auch irgendjemand interessieren würde. Ab diesem Zeitpunkt änderte sich mein Leben und auch meine Lebenseinstellung. Hatte ich in meiner Schulzeit das Gefühl vom Pech (bzw. von Lehrerinnen) verfolgt zu werden, drehte sich nun der Wind, und ich fiel permanent auf die Butter- bzw. Schokoladenseite des Lebens. Ob es das Glück des Tüchtigen oder des Dummen war, bleibt ein Rätsel.

Nach drei Jahren "Geschäfte führen" und IT-Support-Dienstleisten für einen Global-Player, wurde mir das Alles zu technisch und ich beschloss, während ich 850 km quer durch Spanien wanderte, meine Unternehmensanteile abzugeben und in den Sozialbereich zu wechseln. Ich verließ also schweren Herzens meinen Geschäftspartner und zog im selben Jahr nach Linz und dort mit meiner Freundin in eine gemeinsame Wohnung, die ich übrigens schon in der HAK Freistadt lieben gelernt hatte (die Frau... nicht die Wohnung).

In den darauf folgenden sieben erfüllenden Jahren als Trainer der Produktionsschule absolvierte ich

Vor allem durch die musikalischen und künstlerischen Tätigkeiten hatte ich immer wieder Kontakt zu Johann Moser (unser/euer neuer Administrator... Gratulation!), der mich schließlich auch dazu ermunterte hier einen Beitrag zu schreiben. Ich möchte hier auch erwähnen, dass ich zwar während meiner Zeit an der Handelsakademie Steuerberechnungen, T-Konten und Einnahmen-Ausgaben-Berechnungen wenig abgewinnen konnte, aber seit dem ersten "Arbeitstag" enorm viel von meinen Unterrichtserfahrungen profitiere. Frau Koneczny, Herr Sotz und Andere haben mir einfach die Angst vor Lohnsteuerausgleich, Einkommensteuererklärungen und Jahresabschlüssen genommen und mit dem verbliebenen Know-How und einer Portion Selbstsicherheit gründete ich in den letzten Jahren unzählige Projekte und Vereine mit:
  • meinSpot: Selbsterfahrungs- und Bewerbungswoche mit abschließendem Bewerbungsvideo für Arbeit suchende Jugendliche. Dafür haben wir 2010 den Solidaritätspreis des Land OÖ bekommen.
  • backlab: Künstlerkollektiv von mittlerweile 65 MusikerInnen, Videoartists, FotokünstlerInnen in Linz, Wien und sonst wo auf der Welt. Auch hier hab als "Schatzmeister" die Einnahmen und Ausgaben im Auge.
  • backspaceTheater: seit 5 Jahren produziere ich für die Gemeinde Freistadt ein Jugendtheaterstück pro Jahr. 2010 gründete ich einen Verein dazu.
  • socialmediaguides: Verein zur Schulung und Förderung des bewussten Umgangs mit Social Media Plattformen und Internetsecurity. Mein Steckenpferd.
  • generalPROben: Hier können sich Menschen und Organisationen Hilfe und Know-How für Präsentationsformen und -techniken holen. Von SchülerInnen bis zu ProfisportlerInnen. Mein Drang zur Selbstdarstellung und die Theatererfahrung helfen hier enorm.
  • machMut: Wurde im März 2011 gestartet und bringt die Geschichten von jungen Menschen die trotz schwieriger Umstände ihr Leben in die Hand genommen haben, an die Öffentlichkeit. Ziel ist es Beispiele zu sammeln, Vorbilder anzubieten und vor allem Mut zu machen.
  • zoom - das Handyfilmfestival: Gemeinsam mit Freunden versuche ich für und ab Herbst 2011 ein Handyfilmfestival in Linz zu organisieren.
Fazit: Das Leben verläuft selten geradeaus.
Ich rufe Alle dazu auf die Chancen die sich bieten zu ergreifen, auch wenn es andere für gefährlich, dumm oder unvernünftig halten. Man kann die HAK absolvieren und dann SozialarbeiterIn werden und danach Sozialarbeit studieren und sich im Medienbereich selbständig machen. Niemand kann euch daran hindern. Vertraut euer Intuition und fügt dem gelernten Know-How immer eine Portion "eigenen Stil" hinzu. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr an der Arbeit, und somit an einem großen Teil des Lebens, mehr Spaß habt und unglaubliche Erfahrungen macht.
Zum Abschluss noch ein Zitat aus dem Projekt machMut "Nichts ist so ansteckend wie ein Beispiel"

Allerbeste Grüße

Markus Luger