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Einige kennen mich sicher noch, ich hab erst vor etwas mehr als zwei Jahren maturiert - bei wem's noch nicht klingelt: 3h-Galerien bzw. Presentify! ;) In der Zwischenzeit hab ich so einiges erlebt und geschafft - darüber möchte ich hier schreiben.

Meinen Zivildienst hab ich bei der Volkshilfe verbracht. (Zivildienst, weil davon Menschen etwas haben!) Dort bin ich in den 9 Monaten einen klassischen Karriereweg durchgegangen: Angefangen als "Office Manager" (Kaffeeholer & wandelnder Kopierer), weg gegangen als gleichberechtigter Mitarbeiter. (An einigen Tagen hab ich alleine den Parteienverkehr abgewickelt, obwohl alle Kolleg/innen meiner Abteilung auf Urlaub waren.)
Für mich, als Mensch, der noch nie eine Bewerbung abschicken musste, ist diese klassische Art der Karrierebildung ein Graus. Ich will mich nicht in einer hierarchischen Struktur hinaufarbeiten müssen und dabei von wohlwollenden Vorgesetzten abhängig sein.
Für mich war und ist der schwierigere Weg besser geeignet: Ich bin mein eigener Chef und versuche selbstständig, Geld zu verdienen.

So hat der nächste Abschnitt meines Lebens begonnen - als Unternehmer. Noch in der Hauptschule hab ich begonnen, Web-Projekte zu programmieren. Das hab ich seither in meiner Freizeit und in den Sommerferien gemacht. In dieser Zeit hab ich Nachrichten-Portale, Communities und sogar eine Customer Relation Management-Lösung entwickelt. Der Höhepunkt dieser Ära war die 3h-Galerien, mit mehr als 10.000 Mitgliedern.

Noch während des Zivildienstes hab ich mich mit meinem Cousin zusammen getan und begonnen, mein Know-How und meine spärliche Freizeit in ein Webprojekt zu investieren. (Ungefähr: Nachrichtenportal für Lokal-Nachrichten, zB Rundschau & Tips, denen automatisch eine Location auf der Landkarte zugewiesen wird, um sie nach Ort durchsuchbar zu machen. Man sollte dann beispielsweise Nachrichtenartikeln aus dem Mai 2007 in Mardetschlag suchen können.) Wir haben gute Fortschritte gemacht, als ich ziemlich zufällig zwei amerikanische Unternehmer kennen lernte (einer davon ist aus Österreich emigriert), mit denen ich ein neues Projekt gestartet hab - Presentify.

Die Idee hinter Presentify kommt von sehr erfolgreichen amerikanischen Start-Ups im Event-Bereich. Evite ist ein Einladungs-Service für private Events, der der Inbegriff für Online-Einladungen ist. (In New York sagt man "I'll evite you", nicht "I'll invite you". Ernsthaft!) Der zweite Bereich (öffentliche Events) kommt von Seiten wie Upcoming.
Die beiden Amerikaner wollten in Österreich in Web-Projekte investieren - so begann eine intensive Zusammenarbeit. Mein Cousin und ich haben uns ein paar Monate lang in unsere Zimmer eingesperrt und Presentify entwickelt. (Den Namen haben wir erst sehr spät im Entwicklungsprozess gefunden.) Während des Beta-Tests haben die beiden Amerikaner angeboten, Presentify zu kaufen - was wir getan haben. Ich habe als technischer Direktor in die neue Firma gewechselt, mein Cousin konzentriert sich seither wieder auf sein Studium.
Im Jänner hab ich unfreiwillig die 3h-Galerien beendet, was die Zugriffe bei Presentify innerhalb kürzester Zeit vervielfachte. Seither haben wir Presentify kontinuierlich weiter entwickelt.

Seit August 2008 hat sich die Firmenstruktur geändert - ich bin mittlerweile nicht mehr angestellt, besitze dafür wieder einen sehr großen Firmenanteil und studiere wieder richtig - einer der beiden amerikanischen Investoren arbeitet jetzt aktiv bei Presentify mit. (Vorher hat er nur als Berater mitgeholfen.)

Was die Zukunft bringen wird, weiß ich nicht. Ich versuche, das auch so wenig wie möglich zu planen - ich hab ohnehin meine Pläne ca. jedes Quartal korrigiert - und jedes Mal zum Besseren.

Fazit

Tut, was euch Spaß macht - nicht, was ihr für sinnvoll erachtet! Risiken lohnen sich immer, sei's um die Lebenserfahrung oder sogar um den finanziellen Erfolg! Ich hab mich bisher immer davon lenken lassen, was mir Spaß macht. Viele der Wendungen in meinem beruflichen Leben habe ich nie geplant und hätte ich nie planen können, die sind zufällig passiert.

Die 3h-Galerien hab ich aus Spaß gestartet - nie aus kommerziellem Interesse; die beiden Amerikaner habe ich kennen gelernt, weil ich (unentgeltlich) für einen bekannten Blog einen Artikel über die österreichische Web 2.0-Welt geschrieben habe.

Lange Rede, kurzer Sinn: Alles ist möglich, nichts ist planbar!

Sebastian Moser, Matura 2006

Ich im Web

Mein Blog: http://sebmos.at/
Presentify-Profil: http://www.presentify.at/user/1