| Von der Sterndalfrau/Wetterhexe zur philosophierenden Germanistin |
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| Geschrieben von: Sabine Hochedlinger |
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Halli hallo, liebe HAK-SchülerInnen und -AbsolventInnen! Während der letzten 1,5 Jahre habe ich Studien ausprobiert, die verschiedener nicht sein könnten. Der Grund? Im Maturajahr beherrschte mich ein innerer Konflikt: Ich lese und schreibe für mein Leben gern - und der Himmel, die Sterne und das Wetter faszinieren mich schon lange. Was also sollte ich tun? Da mir Mathe in der HAK relativ leicht gefallen ist, habe ich mich im Wintersemester 2007/08 für Meteorologie und Astronomie entschieden, weil ich wusste, dass ich es bereuen würde, wenn ich es nicht wenigstens versuche. Die Anfangsvorlesungen sind bei beiden Studien gleich (Analysis, Lineare Algebra, Einführung in die Physik) - nur ist es nicht gescheit, so wie ich anfangs nur reine Mathe-/Physikvorlesungen zu wählen. Diesen Fehler habe ich gemacht - und bin (im 2. Semester) kläglich gescheitert. Doch das lag wohl nicht nur an den unzähligen Zahlen und Variablen, die meinen Kopf scheinbar explodieren ließen. Ich hatte wohl doch zu romantische Vorstellungen vom Sternenhimmel und den Wetterphänomenen im Kopf gehabt, die ich mir am allerliebsten (wie ich später bemerkte) einfach anschaute. Außerdem stellte sich heraus: Astronomie und Meteorologie sind nicht nur Studien, in denen Mathe und Physik vorkommen - Astronomie und Meteorologie SIND Mathe und Physik! Als ich eines Tages aufwachte und begriff, dass ich mich noch 5 weitere Jahre mit Gammas, Deltas, Lemmas, Thermodynamik, Mechanik usw. herumplagen musste - und danach mein ganzes Leben lang, wurde mir bewusst, dass ich in der falschen Branche gelandet war. Naturwissenschaften waren nicht mein Ding - ich dachte und denke zwar gerne (manchmal den lieben langen Tag) nach, aber nicht über Zahlen, Formeln und Physik, sondern über alles andere! Ich war also Geisteswissenschafterin. Durch diese Erkenntnis beflügelt, entschloss ich mich, meinen ältesten Studienwunsch wahr werden zu lassen: Germanistik. Welches geisteswissenschaftliche Studium würde am besten dazupassen? Aha! Welches Studium ist aus der deutschen Philologie Anfang des 20. Jahrhunderts hervorgegangen (und hat sich danach in seine eigene Richtung entwickelt)? Theater-/Film- und Medienwissenschaften. Die Geisteswissenschafterin Bine konnte sich in die Arbeit, an die Bücher und Texte stürzen - und werkelt seit Oktober 2008 fleißig, brav und enthusiastisch vor sich hin. (Philosophie habe ich übrigens auch inskribiert - das kommt an die Reihe, nachdem Latein im Sommersemester 2009 abgeschlossen ist!) Mittlerweile habe ich (Gottseidank) begriffen, dass ein Studium viel Arbeit sein, aber auch unheimlichen Spaß machen kann! Auch, wenn ich noch nicht weiß, was ich später beruflich machen werde, bin ich zuversichtlich - denn: Was man gerne macht, macht man gut! Vor Arbeitslosigkeit nach geisteswissenschaftlichen Studien habe ich keine Angst, da die Berufsmöglichkeiten sehr breit gefächert sind. Nun denn, der beste Tipp, den ich geben kann, ist wohl, dass man nach meiner eigenen Erfahrung das machen sollte, was einem Spaß macht - denn sonst versauert man irgendwann hinter einem Berg von Arbeit, nicht wissend, wie man ihn bewältigen soll. Zweier mathematischer Formeln bin ich mir auf jeden Fall sicher: Doch was das Richtige ist, muss jeder für sich selber herausfinden - oft auch auf einigen Umwegen! (Habe ich erwähnt, dass ich ein Jahr Grafik-HTL vor der HAK gemacht habe?) Liebe Grüße aus Wien, |